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Fantasy & Magiesysteme: Wenn Buchseiten vor Magie knistern, ist klar, dass man Fantasy liest. 

Ob in Hogwarts, wo zauberstabschwingende Schüler aus staubigen Wälzern lernen (J.K. Rowling – „Harry Potter“) oder in der Welt der „Königsmörder-Chroniken“ (Patrick Rothfuss), in der die Magie der geheimen Namen lange ein Mysterium bleibt: Typisch für Fantasy ist, dass alle erschaffenen Welten ihre eigenen Magiesysteme mit sich bringen, die trotz aller Fantastik realistisch und nachvollziehbar gestaltet sind.

Doch was macht solche ausgeklügelten Magiesysteme aus? Wann ist solch eine zauberhafte Welt nachvollziehbar aufgebaut?

Zunächst lässt sich zwischen den beiden Typen, weiche und harte Magie, unterscheiden.

Weiche Magie

Das beste Beispiel für ein weiches Magiesystem, findet sich in der Welt von „Der Herr der Ringe“ (J.R.R. Tolkien). Dort werden Vorgänge nicht erklärt und sie erscheinen größer und mächtiger als die Charaktere, die durch Mittelerde wandeln. Dadurch entsteht ein Gefühl, dass Magie ein höheres Wesen mit eigenem Willen ist. Häufig müssen sich die Wesen in solchen Welten der Magie beugen.

Harte Magie

Harte Magie bildet quasi das Gegenteil von weicher Magie. Sie lässt sich kontrollieren und zu einem Werkzeug degradieren, da die Bewohner der Welt sie verstehen. Die Charaktere treiben mit ihren Fähigkeiten die Handlung einer Geschichte voran und entscheiden über ihr Schicksal.

Selbstverständlich gibt es auch Mischungen aus beiden Systemen, wie eben in den „Königsmörder-Chroniken“, wo sich zum Beispiel der Wind kontrollieren lässt, wenn man dessen geheimen, wahren Namen herausfindet.

Eines haben all diese Varianten allerdings gemeinsam: sie folgen Regeln und die Charaktere können mit Magie nicht alles lösen, denn das wäre zu einfach für eine spannende Geschichte und eine reizvolle Welt.

 

Was brauchen gute Magiesysteme?

Es gibt schon viele Beiträge im Internet, in denen wir Antworten für herausragende Magiesysteme finden und doch kann sich das jeder nur für sich beantworten, da es häufig mit Geschmack einhergeht. Darum bin ich so frech und antworte nicht, sondern stelle weitere Fragen, anhand denen ein gutes Magiesystem erschaffen werden kann (mit Beispielen).

  • Woher kommt die Magie? z.B. damit geboren, angelernt, Unfälle, Rituale, …
  • Kann sie jeder einsetzen oder nur auserwählte Personen?
  • Was wird benötigt (Nährboden)? z.B. Quellen, Gegenstände, Umgebung, körperliche/geistige Verfassung, …
  • Was kann Magie? z.B. Elemente beherrschen, mentale Magie (Psyche), physische Magie (Objekte beeinflussen), …
  • Was kann Magie NICHT? z.B. Tote wiederbeleben, …
  • Welchen Regeln folgt sie, was sind Konsequenzen? z.B. Tod bei Überanstrengung, schneller altern, Schmerzen, …
  • Gibt es Verbote im Bezug auf Magie und wer sorgt für die Einhaltung? z.B. Gesetzeshüter, Götter, unbekannte Mächte …
  • Ist Magie ortsgebunden? z.B. Verbot in Städten, Orte an denen die Kräfte ausgehebelt oder verstärkt werden, …
  • Hat sie Schwächen (z.B. in einem Kampf)?
  • Braucht sie „Anlaufzeit“ oder ist sie sofort wirksam?
  • Gibt es Wesen, die immun dagegen sind?
  • Gibt es etwas womit man sich gegen Magie wehren kann? z.B. Materialien, …
  • Hat Magie einen eigenen Willen oder ist sie willenloses Werkzeug?

Weitere wichtige Fragen zum Thema Magiesysteme:

  • Hat Magie Einfluss auf Historie und Politik der Welt?
  • Gibt es Berufe, die Magiebegabung voraussetzen?
  • Wird Magie als Wissenschaft angesehen?
  • Wird Magie als Religion betrieben?
  • Gibt es Schulen, an denen Magie gelehrt wird?
  • Ist Magie in der Welt angesehen oder gefürchtet? Wer liebt sie, wer hasst sie?

Fallen euch noch andere Fragen ein? Schreibt mir gerne einen Kommentar!

PS: Welche Faktoren spielen sonst noch eine Rolle, um eine mitreißende Geschichte zu Papier zu bringen? Tipps dazu habe ich in diesem Beitrag zusammengefasst: Romanfragen – Wann schreibe ich einen guten Roman