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Die Logline – oder auch Pitch genannt

Was ist denn jetzt ein Pitch – bzw. die Logline?

 
Manche Schreibenden treibt sie in den Wahnsinn: die Logline, meistens auch Pitch genannt. Ja, was nun und was ist denn jetzt ein Pitch genau?
 
Ich habe recherchiert und recherchiert bis die Fingerkuppen vom Tippen wund und die Augen vom Bildschirm eckig waren. Mein Fazit: das Internet ist sich uneins, aber wen wundert das zu fiesen – ich meine, diesen – Zeiten?
 
Folgende widersprüchliche Erklärungen habe ich verfolgt:
  • Der Pitch ist ein Roman in einem einzigen Satz verfasst. Am besten auch maximal 15 Wörter verwenden (Wer hat sich die strenge Zahl ausgedacht? Und ist ein 20-Wort-Satz schlechter formuliert als einer mit 15?)
  • Der Pitch ist ein Roman in 2-3 Sätzen. (Klingt nicht mehr ganz so steil, aber immer noch unmöglich)
  • Der Pitch ist eine Zusammenfassung deines Romans, die du innerhalb einer Fahrstuhlfahrt herunter gerattert bekommst (Die vom Keller in den 14. Stock oder die vom Erdgeschoss in den 1.? Und gilt es auch, vorher auf Band zu sprechen und dieses im Schnelldurchlauf abzuspielen?)
  • Der Pitch ist der Aufhänger des Romans, wie die Kurzbeschreibung eines Films in einer Fernseh-Zeitschrift. (Wer liest das Programm noch in einer Zeitschrift? Und war nicht die Prämisse der Aufhänger?)
  • Der Pitch ist eine knappe Zusammenfassung deines Romans und die LOGLINE ist in Wirklichkeit die 1-Satz-Beschreibung
Verwirrt? Ging mir genauso. Ich selbst habe mich dafür entschieden, den letzten Punkt dieser Auflistung als den für mich wahren anzuerkennen:
 

Die Logline ist der Roman in einem Satz verfasst.

Der Pitch darf 2-3 Sätze umfassen.

 
Daher verwende ich ab nun in diesem Artikel nur noch den Begriff „Logline“, da es hierbei um die Verfassung eines prägnanten Satzes geht, der den Verlag von deinem Buch überzeugen soll. Ich habe mich mal daran versucht, mein eigenes derzeitiges Roman-Projekt „Spektralbruch – Die Achte Sonne“ in einem Satz zu formulieren und dies ist dabei herausgekommen:
 

Logline von „Die Achte Sonne“

 
„Unter einer lebensbedrohlichen Sonne fliehen zwei gegensätzliche Heimatlose vor einer erbarmungslosen Robeat und decken die Lügen ihrer Vergangenheit auf.“
 

Die Logline fasst den Kern der Geschichte in einen Satz

 
Der Satz hat 19 Wörter. Das war für mich bereits das absolute Minimum. Noch mehr kürzen wollte ich nicht, da alles andere roh und keinesfalls spannend klang. In diesen 19 Worten stecken der Kern der Geschichte und vor allem: die wichtigsten Infos für einen Verlag. Diese Infos sind folgende:
  • Es gibt zwei Protagonisten, diese sind beschrieben als „gegensätzliche Heimatlose“. Damit signalisiere ich, dass sie sich stark unterscheiden, jedoch vermutlich auch ergänzen. Solche Paare sind gern gesehen, da Roman-Charaktere sich stets ergänzen müssen. Gleichzeitig beschreibe ich, dass sie heimatlos sind, eine wichtige Info, da es unter anderem in dem Buch um die Suche nach Heimat geht.
  • Die Antagonistin ist eine erbarmungslose Robeat, vor der sie fliehen. Lesende dürfen sich also auf eine Verfolgungsjagd freuen, die sich durch den Roman zieht und auf eine Antagonistin, die keine Gnade kennt. Der Begriff Robeat ist wiederum ein Eigenbegriff. Das ist gewagt, allerdings ist Fantasy bekannt dafür und die „Robeats“ spielen eine tragende Rolle im Roman. Zudem lässt sich ableiten, dass es sich um eine Art von „Robotern“ handelt.
  • Es existiert in meiner Welt eine lebensbedrohliche Sonne. Auch darum geht es hauptsächlich in der Geschichte des ersten Bandes meiner Reihe, daher ist dies wichtig für den Verlag. Ebenso verspricht dieser Aspekt weitere Spannung.
  • Lügen der Vergangenheit werden aufgedeckt. Ein weiterer Spannungspunkt, der sich mit dem „Heimatlose“ verbindet. Es liegt nahe, dass es mit dem Verlust ihrer Heimat zu tun haben könnte. Doch um welche Lügen handelt es sich? Die Logline stellt von vornherein klar, worum es geht, wirft aber auch Fragen auf, die beantwortet werden möchten.
Damit erfüllt die Logline alles, was ein Verlag sich von ihr erwartet. Sie beschreibt den Kern des Ganzen und verspricht eine spannende Geschichte mit Twists und geladenen Szenen sowie vielen Konflikten. Um diese Logline schlussendlich aus den Fingern zu schütteln, brauchte ich mehrmals Anlauf. Verschiedene Sätze habe ich formuliert, immer wieder daran herumgebastelt, Worte vertauscht oder gestrichen.
 
Ich rate dazu: formuliert eine knappe Zusammenfassung, die euch gefällt. Feilt daran, aber verkrüppelt die Logline oder auch den Pitch nicht unnötig, nur um auf die richtige Wortzahl zu kommen (es sei denn ein Verlag verlangt dies explizit). Danach könnt ihr andere diesen Satz lesen lassen, um Verbesserungsvorschläge und Feedback zu erhalten. Es ist wie ein Spiel, bei dem ihr am Ende der Gewinner seid. Seht das Gesamte nicht zu eng, denn ich weiß, man kann sich damit verrückt machen, seinen Roman in nur einen Satz zusammen zu quetschen als wäre er die Nutella zwischen zwei Scheiben Toast. Doch das ist er schlussendlich auch! Die Essenz zwischen allem anderen. Der Grund, wegen dem ihr den Toast esst… oder der Verlag dem Buch eine Chance gibt.
 
PS:
Hier ist eine Leseprobe aus meinem Fantasy-Roman „Die Achte Sonne“. Eine lebensbedrohliche Sonne erschwert die Heldenreise zweier gegensätzlicher Helden, die von einer gefährlichen Roboterfrau bedroht werden.