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Gegensätze am Beispiel der Spektralwelt

 

Gegensätze bilden Reibungspunkte und entfachen das Feuer, das herausragende Geschichten ausmacht! Diesmal gehe ich auf meine gesamte geplante Buchreihe ein und greife dabei diese essentielle Zutat für einen vor Spannung brodelnden Roman auf.

 

Worum geht es in meinem Roman-Projekt „Die Achte Sonne“?

 
Spiritualität trifft Wissenschaft – Zwei Gegensätze, die ineinander greifen und Größeres erschaffen.
 
Die Spektralwelt wurde durch eine spirituelle Urkraft (Spektralgie, eine Art Magie) aus dem Universum zerstört. Diese befindet sich nun in der Welt bzw. in allen Dingen. Sie wird benutzt, um die Technik und damit den Wiederaufbau des Planeten voranzutreiben. Dabei ist zu beachten, dass die Spektralgie stets eine Energie-Quelle braucht, die häufig aus der emotionalen, geistigen und seelischen Reife ihres Anwenders entspringt: der Spiritualität.
 
 
Mit dieser Art von Magie ist es möglich, Robotern ein „Herz“ zu geben und sie fühlen zu lassen. Damit sollen sie berechenbarer und besser zu steuern sein, um Aufgaben zu erfüllen, die meinen Menschartigen widerstreben. Allerdings bietet die Fähigkeit der Emotionen die Möglichkeit, sich spirituell zu entwickeln und plötzlich kann es passieren, dass die Roboter über ihre Schöpfer hinauswachsen.
 

 

Warum dieses Konzept?

 
Während Wissenschaft und Technik für uns „Erdlinge“ irdisch und greifbar sind, sind Spiritualität und höhere Kräfte feinstofflich und universell und damit nicht greifbar.
 
 
Die Technik nutzen wir, um unsere Umgebung weiterzuentwickeln und es uns „einfach“ zu machen. Auf dem Pfad der Spiritualität entwickeln wir UNS selbst weiter, was oft „schwierig“ ist.
 
 
Trotz der vermeintlichen Gegensätzlichkeit von Technik und Spiritualität teilen diese Kräfte eine große Sache: Wachstum. Nichts stagniert, alles verändert sich. Diese Faszination möchte ich teilen.
 

Gegensätze schaffen Entwicklung – Entwicklung schafft spannende Geschichten

 

Typische (klischeehafte?) Gegensätze in der Fantasy

 

Offensichtliche Gegensätze:

  • der gute Zauberer gegen die böse Hexe
  • die grausame Königin gegen den gutherzigen Bauernjungen
  • Feuer-Magie gegen Eis-Magie
  • kleiner, flinker Mensch gegen großen, starken
  • kurzer, gefährlicher Weg gegen längeren, sicheren
  • Weiser gegen Narr
  • schön gegen hässlich

 

Rollen-technische Gegensätze:

  • Feinde werden zu Liebenden
  • der Feigling tut etwas Heldenhaftes
  • ein Bösewicht wird zum Freund
  • Ein Freund wird zum Verräter
  • der Blinde erkennt mehr als die Sehenden
  • ein großer Riese wird sanftmütig
  • das süße Kind ist ein böser Dämon

 

Plot-technische Gegensätze:

  • ein mächtiges Artefakt stellt sich als „Müll“ heraus
  • der idyllische Weg / Ort stellt sich als tödliche Falle / Mythos heraus
  • ein Vorteil stellt sich als Nachteil heraus
  • die „bruchsichere“ Waffe bricht
  • ein rettender Zauber/ Trick, geht nach hinten los
 
Bei Gegensätzen gibt es altbekannte Klischees, die uns nicht mehr überraschen.
 
Erst wenn es gelingt, die Erwartungen zu brechen, die diese Klischees mit sich bringen, begeistern sich die Lesenden dafür.
 
Manche Klischees sind allerdings auch nach wie vor gern gesehen. Schreibende sollten stets das schreiben, was sie selbst gern lesen möchten. Selbst wenn es die tausendste Geschichte über Feinde ist, die sich ineinander verlieben. Am Schluss geht es immer um die Umsetzung und welche tiefgreifenden Entwicklungen sie bietet. Vor allem für die Charaktere einer Geschichte.
 
 

Weitere Beispiele für Gegensätze

  • Emotional: Mitgefühl trifft Gleichgültigkeit
  • Energetisch: Courage trifft Hingabe
  • Körperlich: Gesundheit trifft Krankheit
  • Seelisch: Ego trifft Höheres Selbst, Vollkommenheit trifft Mangel
  • Geistig: Analytisches Denken trifft Kreativität
  • Menschlich: Egoismus trifft Aufopferung
 
Manche der angeführten Beispiele führen sofort zur Schwarz-Weiß-Einteilung: Gesundheit gleich gut, Krankheit gleich schlecht. Aber das wäre zu einfach gedacht. Menschen entwickeln sich durch eine Krankheit zu denen, die sie sind. Viele finden in ihre Kraft und schaffen es, sie zu bewältigen oder damit umzugehen.
 
Die Krankheit selbst bleibt zwar negativ behaftet, dennoch: der Mensch entwickelt sich.
Ist er / sie …
  • genesen oder verfallen?
  • über sich hinausgewachsen oder in sich zusammengesackt?

Hat er / sie …

  • Frieden mit sich und der Welt geschlossen (Vollkommenheit) oder beherrschen ihn / sie Verbitterung und Neid auf Gesunde (Mangel)?
  • die (tödliche) Krankheit akzeptiert (Hingabe) oder gegen sie angekämpft (Courage)?
  • die Krankheit genutzt, um sein / ihr Leben ins Positive zu verändern oder sieht er / sie deswegen nur das Negative?

All diese Fragen bieten bereits die Basis für einen Roman-Stoff. Denn die Krankheit der Hauptfigur verspricht eine tiefgründige Entwicklung zu einer rührenden, siegreichen Geschichte oder einer schweren Tragödie.

Mit dieser Tiefgründigkeit und Diversität von Gegensätzen arbeiten erfolgreiche Schriftstellerinnen und Schriftsteller.

Über welche Gegensätze lohnt es sich eurer Meinung nach zu lesen oder zu schreiben?