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Wann ist man Schriftstellerin?

Dann, wenn man Geschichten und Roman schreibt? Oder dann, wenn diese zwischen zwei Buchdeckeln erscheinen?

Der Weg ist das Ziel, sagt ein Sinnspruch. Deshalb bin ich Schriftstellerin. Weil ich schreibe. Falls du meiner Geschichte helfen möchtest, sich auf rund 400 Seiten zwischen zwei Buchdeckeln niederzulassen, freue ich mich total auf deine Kontaktaufnahme.

Meine persönliche Schriftsteller-Story

„Du lebst in deiner eigenen Welt“, sagte damals meine Ausbilderin zu mir und sie hatte Recht.

Ich erinnere mich an eine Situation, damals nach einem Kinobesuch mit meinen Eltern. Ich war ungefähr 9 Jahre alt und saß auf dem Autorücksitz. Während ich das salzige Popcorn noch schmeckte, klackte der Regen gegen die Scheibe und glänzte silber-golden im Schein der Stadtlichter. An jenem Abend verkündete ich, dass ich Schriftstellerin werden würde. Mein Vater lachte: „Wenn du mal soviel verdienst, wie die Sowieso-Autorin, hör ich auf zu arbeiten.“
„Alles klar, Paps, häng schon mal deine Hemden auf und zieh die Jogginghose an“, dachte ich mir. Nun, nicht ganz so, da ich noch ein Kind war, aber so ähnlich.

Schreiben ist mein Leben, das wusste ich immer. Bis zum ersten Rückschlag. Danach war ich mir dessen nicht mehr so sicher.

Rückschläge – Kampf mit dem Selbstbewusstsein

„Liebe Frau Sowieso, ich habe Ihre Geschichte gelesen und finde die Idee äußerst spannend. Bitte, lassen Sie mir Ihren gesamten Roman zukommen, damit ich ein erstes Lektorat durchführen kann. Liebe Grüße, Frau Sowieso.“

Das waren die Zeilen einer Verlagschefin aus Wien über den Roman, den ich mit 18 Jahren beendet hatte. Du kannst dir ausmalen, wie breit mein Grinsen in jenem Moment war. Hatte ich es geschafft? Würde ich so jung schon meinen Roman in den Läden sehen?

Die Hoffnung war groß und so schickte ich sofort den Roman los und wartete.

Und wartete. Und wartete. Und schrieb an Frau Sowieso. Sie vertröstete mich. Und ich wartete. Schließlich hörte ich nie wieder etwas von Frau Sowieso, bis ich zu recherchieren begann und mit Wuttränen feststellen musste, dass der Verlag nicht mehr existierte…

Die Zeit verstrich und ich schrieb weitere Verlage an. Viele sagten ab, andere meldeten sich gar nicht. Aber eines Tages erhielt ich einen Brief und ich freute mich bereits über die erfreuliche Mitteilung, dass sie meinen Roman drucken würden. Bis ich begriff, dass ich auf einen Druckkostenzuschuss-Verlag hereingefallen war und die nur mein Geld wollten. Wie am Boden zerstört ich war, kann ich mit Worten nicht einmal beschreiben.

Ich zweifelte an allem. An meinen Schreibkünsten, an mir selbst, an meiner Traumwelt, die ich aufgebaut hatte und an der realen Welt.

Ich will das hier nicht künstlich überziehen, aber mit damals 19 Jahren, hat es sich so angefühlt. Immerhin träumte ich seit über zehn Jahren davon, von den Leuten gelesen zu werden.

Pause, Mut & Muße

Doch es war noch nicht Zeit für mich. Ich pausierte 3 Jahre lang mit dem Schreiben von eigenen Werken und widmete mich in der Zeit Fanfictions. Immer wieder erhielt ich die Rückmeldung, dass ich äußerst talentiert sei. Daraus schöpfte ich Mut und endlich hatte ich wieder Muse, ein eigenes Werk anzugehen. So begann ich an meiner scienceFANTASY Romanreihe „Spektralbruch“ zu arbeiten. Ich fühle mich heute als Schriftstellerin. Denn das ist es, was ich tue. Ich schreibe diesen Roman.

Doch es fehlte noch etwas.

Die Sternschnuppe – Ein Wunsch, der sich erfüllte

Welches Ereignis hat mich bewegt, den Schritt Richtung Öffentlichkeit zu wagen? Als Schriftstellerin sichtbar zu werden und mit einem Blog zu starten? Leider ein sehr trauriges. Das traurigste Ereignis meines gesamten bisherigen Lebens. Und dennoch ist es auch das Magischste, das mir je wiederfahren ist.

Im Sommerurlaub 2020 sah ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Sternschnuppe. Prompt wünschte ich mir, etwas würde geschehen, das mein Leben gänzlich verändert. Der Wunsch sollte sich schon binnen weniger Tage erfüllen. Ich wurde noch im Urlaub schwanger. Trotz Spirale.

Komischerweise hatte ich dieses unmögliche Ereignis schon Monate vorausgeahnt. Denn ich erzählte jedem, der es wissen wollte, oder auch nicht, dass im Dezember 2020 die Spirale rauskäme – wenn ich nicht schon vorher schwanger würde. Diese selbsterfüllende Prophezeiung bestätigte sich rund zwei Wochen nach unserem Urlaub in Form von zwei Balken auf dem Schwangerschaftstest, der die Vermutung über den Grund meiner plötzlichen Übelkeit bestätigte. Mein Mann und ich, wir waren baff. Doch wir freuten uns auch wie verrückt.

Ein Lichtblick – so hell und schnell da und weg wie diese Sternschnuppe

Die folgenden Monate waren die schönsten in meinem bisherigen Leben. Aber auch die schlimmsten.
Denn im fünften Monat erwachte ich eines Nachts mit Schüttelfrost und fiel in unendliche Finsternis. Kein Stern war mehr zu sehen. Es ging mir gar nicht gut. Wir fuhren ins Krankenhaus. Nach eingehender Untersuchung meines Babybauches vernahm ich die traurigste Geschichte in 4 Worten, die ich je gehört habe: „Da ist kein Herzschlag.“

Unser Baby, mein Sohn war gegangen. So heimlich, wie sich seine Seele in meinen Bauch gestohlen hatte, so leise und unbemerkt ist sie wieder gegangen. Ich brachte seinen kleinen Körper still zur Welt. Als ich Erik, unser Sternenkind, in die Hand nahm, erkannte ich alles in ihm. Mein gesamtes Leben war auf diesen einen Moment hinausgelaufen, der alles verändern sollte. Mein Sohn hat mir Dinge beigebracht, die mir sonst niemand hätte beibringen können:

Alles ist zu jeder Zeit in kosmischer Ordnung. Auch wenn wir es im Moment nicht verstehen.

Erik war für mich ein Zeichen, dass für mich ein Wendepunkt gekommen war. Denn es fühlte sich falsch an, nach all dem in mein altes Leben zu schlüpfen. Der Weckruf brachte mich auf den Weg. Ich fühlte mich endlich bereit, mein Roman-Baby zur Welt zu bringen.

Mit Worten die Herzen der Menschen berühren, das ist es, was ich am besten kann. Das ist, was ich tun will.

Es war Zeit geworden, diese mitgegebene Gabe endlich einzusetzen. Nun bin ich hier und zeige mich.